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Venceremos...

Als erstes mal eine Entschuldigung, dass es schon wieder so lange gedauert hat!! ;-)

 


[Juni:] Unseren Campingplatz im Naturreservat von Koh Lanta teilten wir die meiste Zeit mit Michi, einer zweitweise allein und zeitweise mit ihrer besten Freundin reisenden Backpackerin aus/von Fähmarn.

Am zweiten Tag konnten wir uns – an ihrem Zelt - davon überzeugen, wie gut sich die Affen mit Zelten auskannten. Sie brauchten nicht lange, um den Eingangsreissverschluss zu finden, ihn zu öffnen und im Zelt nach Essbarem zu suchen (mit Panzertape abgeklebte Reissverschlüsse waren ebenfalls kein Hindernis!). Das Ganze geht so schnell, dass es fast unmöglich ist, die Geschicklichkeit erst nur zu beobachten (man ist ja neugierig, wie sie es anstellen) und trotzdem noch zu verhindern, dass sie sich erfolgreich mit ihrer Beute aus dem Staub machen. So gingen denn auch Michis Ananas und ihre Cräcker verloren.

 

Um die Affen daran zu hindern, unsere Vorräte ebenfalls zu klauen, verschlossen wir die Eingangsreisverschlüsse mit einem Vorhängeschloss, wenn wir das Zelt verliessen. Das ging auch recht lange gut.

Aber als ob sie es ahnten, beschlossen sie an unserem letzten Tag: die kommen hier nicht ungeschoren davon, das ist bislang noch keinem geglückt!

Gesagt, getan! Als wir von unserem letzten Ausflug nach Hause kamen, sass einer auf dem Dach – die Fieberglasstangen konnten ihn gerade so noch tragen – mehrere liefen vor dem Zelt hin und her und ein blanker Hintern guckte wackelnd aus dem Zelt heraus. Allerdings nicht am regulären Eingang, sondern seitlich davon an einer Ecke. Sie hatten – vermutlich unter Zuhilfenahme eines scharfen oder spitzen Gegenstandes – die beiden Aussenhäute aufgeschlitzt und hatten alles, was nicht niet- und nagelfest war, raus geschmissen.

Die für den letzten Abend aufgesparten Lebensmittel waren aufgefressen und als Dankeschön hatte auch noch einer ins Zelt geschissen. Super!!!

 

Katrin hätte sie alle am liebsten gesteinigt und versuchte dies auch unermüdlich, jedoch ohne Erfolg. Während der Aufräum- und Säuberungsmassnahmen verpassten wir dann auch noch den wahrscheinlich schönsten Sonnenuntergang, der während unseres Aufenthaltes zu sehen war.

Aus Mitleid (bzw. fast schon schlechtem Gewissen, obwohl sie gar nichts dafür konnten) schenkten uns die Parkangestellten – die ebenfalls dort wohnen – mehr Lebensmittel als wir vorher überhaupt hatten und das Abendbrot war doch noch gerettet.

Am nächsten Morgen hauten wir dann aber doch sehr früh ab. Und der Abschied fiel ausnahmsweise mal nicht so schwer.

 


Mit der Fähre setzten wir über nach Krabi, wo wir ein günstiges GH, unter thailändisch-köllscher Leitung fanden. Nachdem wir den neuerlichen Kulturschock verdaut hatten, entschlossen wir uns, in den nächsten Tagen weiter in Richtung Norden zur Grenze nach Myanmar zu fahren, um bei einem Tagesausflug unsere Visa zu "erneuern".

 

Im I-cafe erfuhren wir dann, dass Lars sich mit den Seinigen nur wenige Kilometer von uns entfernt aufhielt und er lud uns ein, doch noch ein paar Tage mit Ihnen zu verbringen.

Nach kurzem Abwägen – was das wohl für welche sind, nach allem was er uns schon im Vorfeld von ihnen erzählte ...!? – sagten wir zu und mieteten uns ebenfalls im "Laughing Geko", am Ao Nang – Beach ein.

Entgegen aller Bedenken erlebten wir zusammen mit Roger, Bogdan, Larsi und Nina (eine Freundin von den beiden ersteren) ein paar sehr schöne und vor allem lustige Tage. Wenn wir nicht unsere Visa hätten verlängern müssen und die anderen irgendwann auch wieder zurück nach Singapur zum Flughafen, wären wir vermutlich immer noch dort.

Patricia und Nui, die GH- Besitzer, erzählten auch schon von Leuten, die sich für 3 – 4 Tage bei ihnen einmieteten und erst nach 6 Monaten weiter reisten.

Wir verbrachten die Tage mit Faulenzen, Jam – Sessions, Insel – Hopping, Rumkaspern usw

 


In Ranong angekommen, stellte sich während unseres "Visa – Runs" (einmal über die Grenze und wieder zurück gehen/fahren, um einen neuen thailändischen Stempel zu bekommen) heraus, dass wir mal wieder nicht richtig geguckt hatten und unser Visum schon seit 5 Tagen abgelaufen waren. Ups ...!

In Russland wären wir wahrscheinlich direkt als Staatsfeinde Nr 1 eingebuchtet worden, aber nicht so in Thailand! Nach Entrichtung einer "Überziehungsgebühr" von 200Baht (4Euro) pro Tag war alles wieder in Ordnung (seit dem 16.3.2006 ist die Gebühr übrigens auf 500Baht erhöht worden!).

Die Grenzorte befinden sich an den gegenüber liegenden Ufern an der Flussmündung des Flusses - dessen Name ich einfach nicht finden kann ;-) - sodass man mit einem Boot hin und her fahren muss.

Das thailändische Zollbüro und das burmesische Immigrationsbüro befinden sich auf kleinen Inseln inmitten der Flussmündung. Die Boote müssen also zunächst die Eilande abklappern, bevor sie ihre Fahrgäste im anderen Land absetzen können, damit diese (in unserem Fall) ihren burmesischen Ausreisestempel abholen können.

Wer möchte kann auch noch einen kleinen Stadtbummel in der burmesischen Stadt Kawthaung machen und z.B. Viagra (1Euro/Stk), Valium (0,1Euro/Stk) und alles, was das Herz noch so begehrt erwerben (natürlich alles ganz geheim!

Soweit das möglich ist, bei 5 – 10 Kindern und Jugendlichen, die sofort auf einen zugestürmt kommen und Dich zu "ihrer" Pharmacie – in der es alles gibt - bringen wollen).

 


Das ganze war dann so aufregend, dass sich Katrin am nächsten Tag auch gleich krank melden musste. Im I – café erlitt sie zunächst einen Kreislaufzusammenbruch, der sie so schwächte, dass wir einen Krankenwagen rufen mussten um sie ins Krankenhaus zu bringen. Dort entledigte sie sich durch sämtliche Körperöffnungen dann auch noch ihres letzten Restes Flüssigkeit. Dem nahenden Tode ins Angesicht schauend weigerte sie sich beharrlich zu schlafen und so verbrachten wir die Nacht mal fernsehschauend und nicht in einem Guesthouse, sondern in einem thailändischen Krankenhaus (Katrin am Tropf).

Da wir eigentlich am Abend nach Bangkok weiter fahren wollten, hatten wir glücklicherweise vormittags schon ausgecheckt. Bustickets hatten wir auch noch keine gekauft.

Kamen wir eben einen Tag später in Bangkok an.

 


In den folgenden 3 bangkoker Tagen erholte sich Katrin wieder einigermassen und als wir am Nachmittag des geplanten Weiterreisetages nach Chiang Mai so auf dem Bürgersteig der "Khao San Road" sassen, lief plötzlich Sylvia, eine alte "Davoser" Bekannte Katrins an uns vorbei. Sie ist ebenfalls auf Weltreise und Bangkok war ihre erste Station (www.sylvia-kresse.de). Zusammen mit ihrem temporären Reisegefährten – dessen Name mir zu meiner Schande gerade entfallen ist, Sorry! – tranken wir in der verbleibenden (leider viel zu kurzen) Zeit noch ein paar Bierchen und tauschten Erinnerungen und Erfahrungen aus.

 


In Chiang Mai angekommen, fühlten wir uns spontan sehr wohl. Es ist eine grosse aber wesentlich saubere und "erholsamere" Stadt als Bangkok und das Zentrum ist sehr überschaubar (fast wie Köln ;-).

Zu unserem Glück fanden wir ein gemütliches GH mit einem sehr "bizarren" Besitzer (laut eigener Werbung!). Gordon, aus Schottland stammend, ist nicht nur lustig sondern auch sehr nett und hilfsbereit. In sämtlichen Zimmern wohnen überwiegend Langzeitreisende, die z.T. schon etliche Monate hier sind oder immer wieder für längere Zeit her kommen.

 

Endlich konnte Katrin ihre lang ersehnte Thai-Massage-Ausbildung beginnen und ist auch ganz fleissig. Ich stelle mich immer wieder gern als Übungsobjekt zur Verfügung, wenn ich nicht gerade einen Kochkurs zu absolvieren hatte oder Stunden im I-café verbrachte.

 


So ging die Zeit dahin bis sich unser erster grosser, lange geplanter Besuch ankündigte.

Am 23.2. holten wir Hilke und Andre – Freunde aus Köln – am Bangkoker Flughafen ab. Die erste Woche plagten wir uns alle (Katrin und ich wollten die beiden nicht allein leiden lassen!) mit den üblichen Wehwehchen herum. Kreislauf- und Magenprobleme: Willkommen in Südostasien! ;-))

 

Aufgrunddessen flüchteten wir dann auch schnell nach Koh Pah Ngan (gesprochen: Ko Pann gahn), wo wir 2 sehr schöne und vor allem geruhsame Wochen zusammen erlebten. Das bemerkenswerteste und gleichzeitig überraschendste an dieser Insel (auch wenn sämtliche Reiseführer diffus darauf hinweisen) ist ihr eigenwilliges Gezeitenverhalten, welches wir bis zum Schlus nicht 100%ig durchschauten. Auf jeden Fall ist es anders als wir es von der Nordsee her kannten und die Ebbe scheint deutlich zu überwiegen!? Aber wir sind ja auch keine Geologen ;-).

 

Seit dem 15.3. sind wir wieder in Chiang Mai und Katrin beendet ihre Ausbildung.

 


Während der letzten Wochen beschäftigten wir uns natürlich immer wieder mit der Zukunftsplanung. Und wie Ihr gerade feststellt, sind wir immer noch hier ;-). Allerdings hat sich alles in eine völlig unerwartete Richtung gewendet:

Zunächst beschlossen wir uns doch erstmal Geld zu leihen. Nicht unerheblichen Anteil an dieser Entscheidung hatten die vielen lieben Aufmunterungsversuche von Euch.

Dafür möchten wir uns bei dieser Gelegenheit ganz herzlich bedanken (leider können wir nicht immer jedem einzelnen persönlich danken, da die Berichte dann noch länger bräuchten ;-))

 

In der ersten oder zweiten Januarwoche bekam ich dann ein e-mail von einem guten Bekannten aus den USA, namens Lance. Dieser "hörte" von unserem Problem und hatte auch selber eines.

Lance war früher in der selben Firma beschäftigt wie ich, ging aber nach 2 Jahren wieder zurück in die Staaten. Dort arbeitet er nun wieder für den selben Laden und benötigt Leute, die sich mit den firmeneigenen Geräten gut auskennen.

Da es von diesen nicht so viele gibt, frug er mich, ob ich Interesse hätte nach Huntsville in Alabama zu kommen und mit ihm zusammen zu arbeiten.

 

Seitdem sind wir nun in regem Kontakt und es sieht sehr danach aus, dass wir im Sommer in die USA übersiedeln werden. Natürlich werden wir vorher (im Mai, wenn der Winter hoffentlich vorbei ist) die Motorräder aus der Mongolei abholen (so sie denn noch dort sind) und uns auf den Weg machen.

Leider sieht es allerdings so aus als ob wir die Bikes nicht mit nehmen dürfen. Es ist zwar noch nichts endgültig, aber es findet sich scheinbar immer wieder jemand neues, der uns Knüppel zwischen die Beine wirft.

 

Ab dem 10. April werden wir entweder nach Lao oder nach Myanmar reisen, um von dort – weitere zwei Wochen später – weiter nach China und zurück in die Mongolei zu fahren.

Dann gibt"s auch wieder "spannendere" Berichte, hoffentlich im positiven Sinne ;-).

 

Bis bald!!

 

Dabei fällt mir noch ein, dass unser Webmaster meinte, wir möchten doch nochmal an die Google-Werbung unten auf unserer Seite erinnern. Ihr müsst diese von der aktuellen Seite (mit links-klick!) direkt aufsuchen und dort auch noch mindestens 2 weitere links (niemals in einem seperatem Fenster, sonst wird es nicht registriert!) anwählen. Wenn hierdurch irgend wann 100$ zusammen kommen sollten, können wir mal einen auf Euch alle trinken gehen ;-).

 

Ausserdem würden auch wir uns sehr über "Nachrichten" aus der "Heimat" freuen. Auch wenn wir so einiges erleben, sind wir trotzdem sehr interessiert, was bei Euch so abgeht. Egal wie vermeintlich unwichtig oder unspektakulär es zu sein scheint! Vielleicht sogar mit bildlicher Beilage!?

 

 

Weitere Bilder findest du hier: Venceremos

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