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Lost in Gobi
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[Katrin:] Trotz blinkener Leuchtreklame vor unserem Fenster verließen wir am 18.05. gut gelaunt unser Hotel in Erenhot.
Per Taxi ging es dann relativ problemlos, wenn auch mit 10 Personen in einem Mini-Jeep, über die Grenze. Die Mongolei hatte uns wieder!
Mit nervösem Magen durchquerten wir das uns noch gut bekannte Zamin Uud bis wir schließlich vor dem Tor standen, hinter dem wir vor 7 Monaten unsere Gefährten zurückgelassen hatten. Und... (auch wenn die Wetten in Deutschland schon 6stellig gegen uns standen)... unsere Motorräder waren noch da!! Ein wenig eingestaubt, aber komplett und voll intakt!
Die folgenden 2 Tage verbrachten wir mit Neusortieren des Gepäcks, Ölwechseln und Ventile einstellen bei der KTM. Für letzteres brauchten wir 3 Anläufe bis schließlich das richtige Spiel gefunden war.
Am 20.05. verließen wir unsere mongolischen Freunde und nahmen wieder die "Straßen" der Gobi unter die Reifen. Die Fahrt bis nach Ulan Bator wurde dann ein 5-tägiges, nervenkitzliges Abenteuer:
1.Tag
| 17.00 Uhr: | Abfahrt aus Zamin Uud |
| 19.00 Uhr: | nach 44km stellen wir um 19.00 Uhr unser Zelt auf; ruhige Nacht mit angenehmen Temperaturen, alles ist gut! |
2. Tag
| 09.00 Uhr: | Abfahrt |
| 10.30 Uhr: | Frühstückspause mit Teilchen |
| 11.30 Uhr: | Schraubenbruch an Rahmen und Gepäckträger bei der KTM: bei über 30°C Hitze mit Kaltmetall, Draht und Klebeband wieder zusammengeflickt |
| 15.00 Uhr: | Weiterfahrt |
| 15.30 Uhr: | Verfahren! Auf einer Tierfsandpiste nach dem richtigen Weg gesucht (immer noch über 30°C) |
| 18.00 Uhr: | endlich wieder halbwegs vernüftigen Boden unter den Reifen |
| 19.00 Uhr: | den Ort Erdene erreicht: Wasser- und Lebensmittelvorräte erneuert |
| 20.00 Uhr: | ca. 10km hinter Erdene - nach insgesamt 150km - das Zelt aufgeschlagen; der Träger hielt noch! |
3.Tag
| 09.30 Uhr: | Abfahrt |
| 13.30 Uhr: | auf Wellblech- und Sandpisten den nächsten Ort (Saynsand) erreicht – erneut um die 30°C |
| 17.00 Uhr: | nach ca. 160km früher Feierabend, Zeltplatzsuche; nachdem das Zelt aufgebaut war, entdecken wir, dass eine weitere Trägerschraube bei der KTM gebrochen ist, weiterer Draht- und Klebeband-Einsatz |
4. Tag
| 06.00 Uhr: | völlige Windstille |
| 07.30 Uhr: | leichte Brise |
| 08.00 Uhr: | heftiger Wind; wir beschließen, mit dem Zeltabbau noch zu warten |
| 08.30 Uhr: | SANDSTURM!! Wir hoffen, dass das Gütesiegerl "sturmsicher" unseres Zeltes auch wirklich stimmt! |
| 10.00 Uhr: | Sandsturm |
| 12.00 Uhr: | Sandsturm |
| 14.00 Uhr: | Sandsturm; Motorräder als Windschutz vor das Zelt gebaut |
| 16.00 Uhr: | die Reißverschlüsse des Innenzeltes gehen durch Sandeinwirkung kaputt; wir spielen Monopoly |
| 17.00 Uhr: | der Wind lässt etwas nach, dennoch beschliesen wir, heute nicht mehr weiter zu fahren; wir filtern den Rest Wasser aus unserem Wassersack, um unseren geringen Trinkwasservorrat aufzustocken; Juni geht bankrott! |
| 22.00 Uhr: | der Wind wird wieder stärker! |
5. Tag
| 04.00 Uhr: | völlige Windstille! |
| 08.30 Uhr: | abfahrbereit: die Suzi springt nicht an!? Juni kontrolliert die Zündkerzen und –kabel, danach läuft sie wieder (Chechito hatte eben auch keinen Bock mehr auf Wüste!) |
| 09.00 Uhr: | kurzer Stop: eiskalter Wind, wir schließen die beheizbaren Handschuhe an |
| 09.30 Uhr: | Riss des Kupplungszuges bei der Suzi; Reparatur |
| 12.00 Uhr: | den Ort Ayrag erreicht, eingekauft; Weiterfahrt über Sand und Gestein, den ganzen Tag heftigste Erschütterungen für den Träger: ob’s hält?? |
| 17.00 Uhr: | wir erreichen endlich die Asphaltstraße, die uns nach weiteren 3 Stunden Fahrt Ulan Bator erreichen lässt! Der Träger hielt bis zum Schluss (selbst den Schwächeanfall Chechitos, der 20sek. nach dem Abstellen einfach umfiel und die KTM mitriss, ertrug er schadlos)!! |
Endlich Straße! |
Und ebenso hatten wir während der Tage keinen Plattfuß, was ohne funktionierende Luftpumpe (seit Zamin Uud fehlt uns der Ventilanschlussstutzen) ein echtes Hindernis bedeutet hätte.
In unserem "heiss geliebten" Ulan Bator beantragten wir das russische Visum (war in Peking leider nicht möglich), kauften Tickets für die Transsibirische Eisenbahn, die uns und unsere Motorräder am 09.06. wieder zurück nach Moskau bringen sollte und reparierten die Trägerschrauben (bis auf die Stellen mit dem Kaltmetall – diese hielten so gut, dass wir es für die asphaltierten Straßen in Europa draufankommen lassen wollten).
Die Hitze wurde mittlerweile von Schnee-, Regen- und Hagelschauern abgelöst, so dass wir uns in unserer Ger wieder der Aufgabe des Feuermachens widmeten.
Welche Route uns von Russland bis nach Hause bringen soll, steht bislang noch nicht fest. Ersteinmal gilt es, die Motorräder in Moskau aus dem Zoll zu bekommen!
Weitere Bilder findest du hier: Lost in Gobi



