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Ein Hauch von Tibet
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[Juni:] Es ist vollbracht! Nach weiteren 2 Tagen Wartezeit in Chiang Saen nahm uns ein Passagierboot mit nach China. Natürlich bei Wind und Regen – das schöne Wetter hatten wir ja schon auf dem Cargoboot verbraucht. Trotz der mauen Sicht war die Uferlandschaft sehr beeindruckend.
Ausserdem durften wir uns davon überzeugen, ausnahmsweise mal die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nach anfänglichem Entsetzten darüber, dass unsere Cargoboote inzwischen auch schon weiter gefahren waren, überholten wir sie dann doch noch nach ca. 3-stündiger Fahrt. Und auch sämtliche Boote, die uns am zweiten bzw. dritten Tag überholt hatten, entdeckten wir weitere drei Stunden flussaufwärts am Ufer wartend (auf was auch immer). Wahrscheinlich brauchten alle noch weitere 2-4 Tage bis zum Ziel, was für uns mindestens eine 7-10 Tagetour bedeutet hätte.
Zum letzten Mal im Sleeper-Bus |
Von der chinesischen Hafenstadt Guan Lei brachen wir am folgenden Tag zusammen mit Hühnern und weiteren Reisenden in Richtung Jinghong auf (5 Stunden). Von dort ging’s im sleeper-bus (nach Aussage von Katrin zum letzten Mal!) weiter nach Dali.
Natürlich tappten auch wir in die von jedem Reiseführer erwähnte "Falle" und gelangten mit dem Bus nach Xiaguan (oder auch New Dali), obwohl wir zum eigentlichen (alten) Dali wollten (und auch Tickets dafür gelöst hatten).
Wie auch immer, nach ca. 30-minütigem Grübeln, warum der vorhandene Stadtplan (von "Dali old town") irgendwie überhaupt nicht zum vorhandenen Stadtbild passte, nahm uns ein netter junger Chinese an die Hand und brachte uns zum nächsten Bus.
Eine weitere Stunde später fanden wir im richtigen Dali ein geeignetes Guesthouse.
Abends suchten wir uns zwecks Erholung von der 35-stündigen Reise (nur von einer kurzen Hotelübernachtung in Guan Lei unterbrochen) eine nette Bar.
Im "Bad Monkey" (für die Kölner unter Euch: vom Typ "Umbruch"; für die [älteren] Lüneburger: vom Typ "Straw") wurden wir dann auch herzlich Willkommen geheissen.
Zur Begrüßung gab’s erstmal ein kleines Stück Haschkeks, frisch und warm aus dem Ofen.
Wie die meisten spontan ansprechenden Bars oder Restaurants in Asien, ist auch diese unter europäischer Leitung. Wenn auch die Leute noch so nett sind und die Landschaft noch so schön, braucht man doch ab und zu mal wieder etwas "Heimatliches". Die Wurzeln lassen sich eben doch nicht verleugnen (nicht das wir eine große Drogenvergangenheit hätten!! Mami und Mama: Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen!).
Um wenigstens noch ein kleines Highlight aus China mitzunehmen, fuhren wir am folgenden Tag (früh! um 7.30 Uhr) nach Lijiang und von dort direkt weiter nach Qiaotou zur sog. "Tiger Leaping George", eine der tiefsten Schluchten der Welt.
Zhongdian |
Deb blieb in Zhongdian, da sie auf den Start ihres beneidenswerten Trips nach Lhasa warten musste, während wir verbliebenden vier zunächst zurück nach Lijiang fuhren, uns dort ebenfalls trennten und am Morgen des 9. Mai den Bus nach Kunming nahmen.
Nach acht Stunden wurden wir Zeugen einer beeindruckenden (und absolut unglaublichen) Einfahrt in die abendliche Rushour Kunmings, währenddessen vorübergehende Zweifel aufkamen, ob der eingeplante Zeitpuffer von dreieinhalb Stunden reichen würde, um unseren Zug rechtzeitig zu erreichen.
Unsere Zugtickets nach Peking hatten wir nämlich bereits bezahlt und in der Tasche: Umtausch oder Rückerstattung erfahrungsgemäß schwierig bis unmöglich!
Aber bis auf die kleine Ausnahme eines kurzen einwöchigen London-Trips haben wir - bei aller uns eigenen Chaotik - bislang noch kein Transportmittel verpasst.
So auch nicht dieses!
Mit großen Schritten nähern wir uns unseren Motorrädern!
Weitere Bilder findest du hier: Ein Hauch von Tibet





