«zur ÜbersichtFriday, 21. April 2006

Das Abenteuer der 'Asian Queen'

Elefantenritt

[Juni:] Den ersten Tag in Chiang Saen verbrachten wir mit Lesen und Thai–Massage, um den hiesigen Song Khran–Aktivitäten aus dem Weg zu gehen.

Außerdem beauftragten wir unsere Gastgeberin July – die auch gleichzeitig Travelagent ist – einen Elefantenritt und unsere "große Überfahrt" nach China per Cargoboot zu organisieren. Leider sollte letztere laut ihrer Aussage mindestens 3 weitere Tage erfordern, da während der Festivitäten keine Schiffe den Hafen verlassen.

 

Also besuchten wir erst mal die Elefanten und machten einen 2-stündigen Ausritt. Sehr wackelig und sehr schön. Nach einiger Gewöhnungszeit gefiel es auch Katrin!

 

Long Neck-Frau

Außerdem besuchten wir verschiedene Gemeinden von Ureinwohnern (alle innerhalb eines kleinen Tals) und bestaunten u.a. die sogenannten Long Neck-Frauen, die ab ihrem 5.Lebensjahr (regelmäßig vergrößerte/verlängerte) Messingspiralen um den Hals tragen, wodurch dieser im Erwachsenenalter giraffenartig lang gewachsen erscheint. In Wirklichkeit werden aber "nur" die Schultern herunter gedrückt.

 

Die folgenden 2 Tage verbrachten wir jeweils mit einem Rollerausflug in die Umgebung.

Wir schauten uns das nördlich gelegene "Goldene Dreieck" bei Sop Ruak (Dreiländereck Thailand-Myanmar-Lao) und dessen sehr interessantes Opium-Museum an und folgten dem Mekongriver flussabwärts in südlicher Richtung bis zum nächsten thailändisch–laotischen Grenzübergang in Chiang Khong. Da wir uns am Ende der Trockenzeit befanden, hätte man an einigen Stellen den Fluss problemlos zu Fuß überqueren, quasi über die 'grüne Grenze' nach Lao gehen können.

 

Mekong

Freitag, den 21. April ging es dann ziemlich plötzlich los. Tags zuvor hieß es noch: mindestens 2 weitere Tage warten, weil der Wasserstand für die beladenen Cargoboote zu niedrig sei.

 

An jenem Tag um 10:30 Uhr – wir waren gerade aufgestanden – schien es kurzfristig zusätzliches Wasser zu geben (angeblich aus einem eigens dafür geöffneten Staudamm, kurz hinter der chinesischen Grenze!?).

 

Wir hatten die Wahl zwischen einem Cargoboot für 55 Euro p.P., welches in einer Stunde starten sollte (unsere Rucksackinhalte waren natürlich noch kreuz und quer im Zimmer verteilt) oder einem Passagierschiff am nächsten morgen (75 Euro p.P.).

Letzteres "rast" den Fluss allerdings in 13 Stunden hinauf, während die Cargoboote 3–4 Tage für die selbe Strecke benötigen. Unsere Vorstellung der Fahrt war natürlich eher romantisch, und so wollten wir gerne LANGSAM auf der Grenze zwischen Myanmar und Lao dahingleiten.

Also mussten wir flugs alles zusammenschmeissen und zum Hafen.

 


Zu uns gesellte sich noch ein weiteres – australisch/deutsches – Pärchen und ein englischer Junggeselle älterer Bauart.

Nach schweisstreibendem Gehetze zum Immigration-office und kurzem shopping für die nötigsten Sachen, nahm uns die chinesische Crew eilig in Empfang und wir legten sofort ab.

Endlich erwartete uns mal wieder ein kleines Abenteuer...

 

Nach einer Stunde Fahrt stoppten wir auf laotischer Seite des Flusses und es stellte sich heraus, dass wir die Nacht hier verbringen sollten.

Und wozu dann die ganze Hektik vorher???

 

Das gab uns Zeit Anna und Markus näher kennen zu lernen. Der Brite Jim wurde auf einem der anderen Boote einquartiert.

 


Am nächsten Morgen wurden wir dann auch schon um 6 Uhr vom Maschinenlärm geweckt. Es ging weiter!!

...bis 6:30 Uhr!

 

Wir hatten ein sehr flaches Areal erreicht, auf dem die Boote immer wieder auffuhren und sich gegenseitig wieder runter ziehen mussten (wir waren mit einer Flotte von 4 Booten unterwegs). Nach 3 oder 4 Versuchen - von jeweils einem anderen Boot – die Stelle mit Hilfe von Schieben (durch den Hintermann bzw. –boot) oder Ziehen (mittels einer Seilwinde, deren Seilende vorher mühsam an Land gebracht und verankert werden musste; ein Chinese würde scheinbar niemals einen Thai – die zu Dutzenden mit ihren kleinen Booten an uns vorbei fuhren – um Hilfe bitten, was erheblich schneller gegangen wäre) diese kritische Stelle zu passieren, gaben "wir auf und machten erst mal am (diesmal thailändischen) Ufer fest. Morgen ginge es dann mit frischen Kräften neu an's Werk. Es fehlten ja nur noch 50m bis zur notwendigen Wassertiefe!! Danach sollte es angeblich keine weiteren, derart flachen Stellen mehr geben.

 

(Nachtrag: Stimmt nicht, später hörten wir von einem Japaner, der mit seiner Crew schon über 2 Wochen auf einer Sandbank weiter nördlich ausharrte).

 


Sop Ruak, die "Hauptstadt" des goldenen Triangels - ca. 6 Straßenkilometer von unserem Startpunkt Chiang Saen entfernt - lag nun etwa 1km Luftlinie vor uns. Die riesige, überlebensgroße, goldene Buddhastatue war ganz deutlich und in der Sonne glänzend vor uns zu sehen.

 

Diese 2 "verlorenen" Tage würden schon nicht so schlimm sein, verglichen mit dem, was wir auf der Fahrt noch Schönes zu sehen bekommen würden (ganz abgesehen von dem, was wir in der Vergangenheit überhaupt schon erlebt hatten!).

 

Ungewöhnlich "spät" wurden wir am folgenden Tag zum Frühstück geweckt (7:30 Uhr). Und überhaupt machten alle so einen entspannten und geruhsamen Eindruck!?

Natürlich, es war Sonntag! Da wird bekanntlich nicht gearbeitet! Super!! So westlich sind sie also schon. Wieder einen Tag verloren. Macht ja nichts, macht ja nichts, wir haben ja Zeit!!!

 

Um der aufkommenden Langeweile entgegen zu wirken bastelte ich ein individuelles Malefitz – Spiel. Die erste Partie dauerte dann auch ca. 5 Stunden, so dass der Tag schnell um war.

 


Montag ging's nun endlich ans Eingemachte! Vergangenen Abend waren noch weitere 4 Schiffe zu uns gestoßen und haben neben uns übernachtet. Diese starteten auch als erste und hatten es (mehr schlecht als recht, aber immerhin) nach 4 Stunden geschafft. Nun waren wir endlich an der Reihe. Nein, doch nicht. Erst gab es Mittagessen. Gut, man muss ja schließlich kräftig sein für diesen Job.

 

Jetzt aber!

Der Erste fuhr sich wieder fest. Während wir ihn frei zogen, quetschte sich ein Dritter links an ihm vorbei, und tschüss. Nun waren wir noch zu dritt.

Der eben noch Festgefahrene versuchte es erneut, diesmal mit zusätzlicher Hilfe seiner Seilwinde. Nachdem zweimal das Seil riss und sich einmal die Verankerung löste, saß er am Ende wieder fest und die Winde war hin. Außerdem saß er so, dass niemand mehr vorbei kam.

Spitze, erst drängelten sich alle vor und dann blockierte der trotteligste unserer "Drei von der Tankstelle"-Kapitäne auch noch den Weg!!

 

Na gut, den Rest ersparen wir Euch (da wir unsere Berichte ja zukünftig kürzer aber häufiger bringen wollen; was ja schon wieder nicht so ganz klappt ;-) ).

 

Zeitvertreib mit Anna und Markus

Zeitvertreib mit Anna und Markus

Zwei weitere Tage später war die Winde immer noch nicht ausreichend repariert (kein Wunder, wenn man sich das chinesische "Qualitätswerkzeug" und –ersatzmaterial mal aus der Nähe anschaut) und wir China immer noch keinen Meter dichter gekommen.

 

Zwischenzeitlich kreierte ich noch ein 32er-Blatt Kartenspiel (mit tatkräftiger Unterstützung von Anna, die super zeichnen kann; und von Marko), so dass wir nach vielen Stunden Malefitz eine weitere Abwechslung zur Verfügung hatten.

 

Unsere nette Guesthouse Besitzerin July organisierte letztendlich ein kleines Touri-Fluss-Rundfahrtenboot und damit unsere "Rückverschiffung" nach Chiang Saen. Und hier warteten wir nun auf das nächste Passagierboot (welches kleiner ist und weniger Tiefgang hat), um nicht mehr so viel Zeit zu verlieren.

Selbstverständlich gab es KEINE Kostenrückerstattung.

 

Was kostet die Welt...?

 

Weitere Bilder findest du hier: Das Abenteuer der 'Asian Queen'

nach obennach obenNewsletter bestellenNewsletter bestellenImpressumImpressum